„Statt Ansichten“ - Durch Kunst der Stadt näherkommen

Unter dem Titel „Statt Ansichten“ traf sich die Künstlergruppe, um gemeinsam im Waldbröer Bürgerhaus zu malen. Fotos: Karin Rechenberger

Donnerstag, 26.07.2018 - 14:32 Uhr

VON KARIN RECHENBERGER 

„Statt Ansichten“ ist der Titel einer Aktion von 20 Künstlern aus dem Oberbergischen Kreis, die der Künstler Uwe Appold im vergangenen März initiiert hat.

Der Flensburger Künstler, dessen Herz für Waldbröl schlägt, findet die zahlreichen Leerstände desaströs und möchte mit dieser Aktion den Waldbrölern und den Bürgern aus umliegenden Orten einen neuen Blickwinkel verschaffen. „Mit dem Titel „Statt Ansichten“ versuche ich, dass die Künstler zu der Vedute - der wirklichkeitsgetreuen Darstellung der Stadt, ihre eigene Ansicht auf die Stadt Waldbröl und ihr Geschehen mit einbringen und in ihren Werken verbinden“, erkläutert der der 75-Jährige Initiator des Kunstprojektes. Während der „Schaffensphase“ konnte man den malen- oder zeichnenden Künstlern im Bürgerhaus über die Schulter schauen. Jede Künstlerin und jeder Künstler präsentierte etwas Besonderes in einem individuellen Stil. Melanie Schäfer aus Wirtenbach hat ihr Bild zwei geteilt, den oberen, den leerstehenden Teil der Stadt hat sie in tristem Grau dargestellt, während der Viehmarkt im unteren Teil des Bildes in bunten Farben leuchtet. Unter dem Titel „In Waldbröl wird gebrüllt“ hat die Waldbrölerin Elke Kühn den roten Löwen des Waldbröler Wappens in den Boxbergkreisel gemalt. Vera Schöfer hat auf ihrem Werk das Zuccalmaglio-Denkmal dargestellt, weil das Lied „Kein schöner Land“ sie schon als Kind begleitet hat. Im Zentrum des Bildes der Heibergerin Maria Möller steht der belebte Waldbröler Viehmarkt. Petra Döhl-Becher hat „Waldbröl im Blick“ gemalt, in einem übergroßen Auge spiegelt sich das Wesentliche von Waldbröl. Eine mit Handtasche flanierende Dame stellt Barbara Wiede in ihrem Werk „Shoppingerlebnis“ dar. Die 17-jährige Fatime Nourkani, die vor drei Jahren aus dem Iran nach Waldbröl kam, ist beeindruckt von den zahlreichen Gebäuden unterschiedlicher Religionen und hat das in ihrem Bild ausgedrückt. „Waldbröl gut behütet“ nennt Liesa Sommer ihr Werk, indem sich die evangelische und die katholische Kirche mit ihren geschichtsträchtigen Kirchtürmen gegenüberstehen. Bijan Sahafi, der vor 32 Jahren aus dem Iran nach Deutschland kam, sieht Waldbröl als eine „Brücke“ in eine bessere Zukunft. Architekturstudent Nico Lewin möchte mit seiner Darstellung ein Augenmerk auf das bergische Fachwerk lenken, und Wiltrud Reich betitelt ihr Bild als „Waldbröl an der Bröl“. „Es erinnert mich aber etwas mehr an das Weltall“, scherzt die 60-jährige. Die fertigen ein Quadratmeter großen Gemälde werden ab dem 28. Juli in Waldbröler Schaufenstern bei einem Stadtspaziergang durch die Kaiserstraße, Nümbrechter Straße und Hochstraße zu sehen sein. Dankenswerterweise haben sich über 20 Waldbröler Geschäftsinhaber und Immobilienbesitzer leerstehender Geschäfte zur Ausstellung bereit erklärt. Die Ausstellungseröffnung mit Stadtrundgang findet am Samstag, 28. Juli, um 14 Uhr, statt. Treffpunkt am Bürgerhauskeller, Nümbrechter Straße 82. Weitere Bilder: www.lokalanzeiger.de

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