Ab 2019 gelbe Tonne oder weiterhin gelber Sack?

Mittwoch, 03.10.2018 - 11:10 Uhr

Mit dieser Frage beschäftigte sich der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Energie in seiner letzten Sitzung. Hierzu hatte der Ausschuss Herrn Rösner, den Geschäftsführer des ASTO eingeladen, um den Ausschussmitgliedern das Thema näher zu bringen.

Wer oder was ist der ASTO?

Der Abfall- Sammel- und Transportverband Oberberg (ASTO) ist ein öffentlich-rechtlicher kommunaler Zweckverband nach dem Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit (GkG NRW), der von den Städten Bergneustadt, Gummersbach, Waldbröl, Wiehl, Wipperfürth und der Gemeinde Marienheide gegründet wurde. Diese Kommunen haben ihre Aufgaben der Abfallentsorgung zum 1. Januar 1997 auf den ASTO übertragen. Seit diesem Zeitpunkt betreibt der ASTO für seine Mitgliedskommunen die Abfallentsorgung als öffentliche Einrichtung. Aufgabe des Verbandes ist das Einsammeln und Befördern von Abfällen im Verbandsgebiet. Zur weiteren Verwertung und Beseitigung sind die eingesammelten Abfälle dem Bergischen Abfallwirtschaftsverband zu überlassen. Der Verband dient dem öffentlichen Wohl und hat keine Absicht, Gewinne zu erzielen. 

Die Sammlung für Kunststoffartikel mit dem „Grünen Punkt“ oder anderen Symbolen gehören nicht zum Sammelsystem der Kommunen. Das Duale System Deutschland  - DSD -, ist ein Zusammenschluss von 10 Firmen. Diese Firmen handeln den Preis für die Sammlung „Gelber Sack“ mit einem Transportunternehmen (hier z.B. Fa. LOBBE) aus. Mit dem Kauf von Produkten, die den Grünen Punkt oder andere Symbole des DSD enthalten, bezahlt der Käufer auch die Sammlung des Gelben Sackes / der Gelben Tonne. Gesonderte Gebühren werden von den Kommunen nicht erhoben.

Irritationen gibt es immer wieder bei den Bürgern, da die Fa. LOBBE neben den kommunalen Abfallsammlungen des BAV und ASTO auch die „Gelben Säcke / Tonnen“ des DSD einsammelt. Das führt dazu, dass sich bei Problemen die Bürger an BAV oder ASTO wenden, die hierfür aber nicht zuständig sind.

Was bedeutet das neue Verpackungsgesetzes für die Kommunen? Geplant war seit einiger Zeit ein Wertstoffgesetz zu erlassen. Dieses hätte die flächendecke Einführung einer Wertstofftonne bedeutet. Die Wertstofftonne sollte eine Weiterentwicklung der Gelben Tonne / Gelber Sack sein, in der neben den üblichen Verkaufsverpackungen auch andere stoffgleiche Nichtverpackungen wie Eimer, Töpfe und Papier usw. gesammelt werden sollten. Das Wertstoffgesetz wurde nicht beschlossen, sondern stattdessen das neue Verpackungsgesetz (VerpackG), welches in wesentlichen Teilen zum 01.01.2019 in Kraft treten wird. Wichtig für die Kommune ist Paragraph 22 des VerpackG. Hierin ist geregelt, dass die Kommunen eine neue Abstimmungsvereinbarung mit den Dualen Systemen abzuschließen haben. Die Kommunen müssen sich vorab jedoch entscheiden, welches Sammelgefäß (Gelber Sack oder Gelbe Tonne) verwendet und in welchem Rhythmus die Abfuhr erfolgen soll. Es ist nun die Aufgabe der Kommunen, sich eine Meinung zu bilden, wie künftig die Sammlung und Abfuhr erfolgen soll. Die Vor- und Nachteile von Gelbem Sack/ Gelber Tonne sollten hierbei als Grundlage dienen. Der Abfuhrrhythmus darf jedoch nicht kleiner sein, als die Restmüllabfuhr. Bei einem 4-wöchigen Abfuhrrhythmus der Restmülltonne darf der Gelbe Sack / die Gelbe Tonne nicht in einem 2-wöchigen Rhythmus erfolgen.

 

Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile zwischen gelbem Sack und gelber Tonne:

Der Gelbe Sack Er ist einfacher zu lagern, und der Inhalt kann einfacher kontrolliert werden, weil der Sack transparent ist. Aus diesem Grund enthalten gelbe Säcke auch deutlich weniger Fremdmüll (30 Prozent). Auch ist er schneller einzusammeln - das Müllfahrzeug kann in der Regel langsam weiterfahren, während die Müllmänner die Säcke aufsammeln und hinten ins Fahrzeug werfen. Zudem ist das Fassungsvolumen der Gelben Säcke fast unbegrenzt: Ist einer voll, wird der Müll einfach in den nächsten Gelben Sack geworfen. Sein Nachteil ist jedoch die schlechte Qualität: Er zerreißt sehr schnell - auch die neuen Chargen sind nicht besonders strapazierfähig.

Die gelbe Tonne Ihr großes Plus ist, dass sie einfacher zu befüllen und hygienischer ist. Auch wird die Straße deutlich weniger verschmutzt - Gelbe Säcke reißen schon mal auf, wenn sie zur Entsorgung an die Straße gelegt werden oder werden vom Wind weggeweht. Die Tonne oder der Container sind allerdings schlechter zu kontrollieren, weswegen der Anteil an Fremdmüll doppelt so hoch liegt (60 Prozent), wie beim Gelben Sack. Zudem müsste nach der Grauen, Braunen und Grünen Tonne eine vierte Tonne auf dem Grundstück abgestellt werden. Nicht jeder hat dafür ausreichend Platz.

Es muss die Entscheidung getroffen werden, ob weiter mit Gelben Säcken oder mit Gelben Tonnen und Containern gearbeitet wird. Das muss die Politik in Kürze entscheiden, wobei tendenziell der gelbe Sack favorisiert wird.

Gerne können Sie Ihre Meinung äußern und sich per E-Mail an die Stadt Waldbröl, Herrn Becker wenden. Ihn erreichen Sie unter eckhard.becker(a)waldbroel.de

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