Stadtspaziergang "Rund ums Krankenhaus"

Start: Vom Bürgerhaus, Kaiserstraße 82

Wir überqueren die Kaiserstraße und gehen "in Gedanken" an den wegen der "Beton-Bausünde" der Kreissparkasse Waldbröl abgerissenen Häusern Nr. 69 - 71 (Altes Kreishaus), Nr. 73 (Ewald Becker), Nr. 75 (Gustav Marhold) und Nr. 77, damals Heil- und Pflegeanstalt zugehörig, vorbei.
Nun gehen wir die Kaiserstraße aufwärts bis zum Haus Nr. 85, jetziges Kreis-Gesundheitsamt, früher Wohnung von Pastor Paul Coerper, dem letzten Chef der Heil- und Pflegeanstalt. Vorbei geht es an den heute noch stehenden Allee-Bäumen (roter Ahorn) sowie an der von Bürgermeisterin Monika Höfer eingeweihten Gedenkstätte.

Wir biegen nun in den Königsborn-Park ein. Links steht das Schieferhaus Nr. 87, damals Ärztehaus genannt. Rechts im Park gab es, ebenfalls zur Anstaltszeit, einen kleinen Schwanenteich. Dieser konnte trotz großer Mühen nicht wieder abgedichtet werden. Ein Bomben-Volltreffer war die Ursache. Villa 1 stand dort, wo jetzt der Bolzplatz ist.

Wir gehen weiter. Die Krankenpflegeschule und die Praxis Dr. Strauß lassen wir links liegen, kommen dann auf den Schaumburgweg, gehen weiter zur Dr. Goldbogen Straße, die wir ein kurzes Stück bergauf verfolgen und biegen schließlich auf den Treppen-Fußweg zum ehemaligen Schwestern-Hochhaus ein.

Weiter geht es nun zur Friedrich-Wilhelm-Straße, die wir überqueren und geradeaus über einen Feldweg, auf dem wir in Höhe des Hauses Ley, Nr. 34, zum Boxberg kommen.







Nun steigen wir zur Ginsterheide und zur Talsperre in der "Freiheit" auf. Diese kleine Talsperre, der Waldbrölbach fließt hindurch, wurde von der Heil- und Pflegeanstalt als Gebrauchswasser-Reservoir genutzt (Landwirtschaft, Gärtnerei, Wäscherei usw.)

Hnter der Talsperre biegen wir auf dem neuen Forst-Betriebsweg nach links ab und kommen dann zur Eisenstraße, einer befestigten und asphaltierten, aber nicht dem öffentlichen Verkehr freigegebenen Straße.

Wir gehen soweit bergan, bis wir am nächsten Forst-Betriebsweg (Ameisenbusch) rechts abbiegen und schon bald die Waldbrölbachquelle erreichen. Dort finden wir einen Gedenkstein mit einer von der Gemeinde Waldbröl angebrachten Hinweistafel. Die Waldbrölbachquelle liegt 355 Meter über NN.

Wir gehen auf dem Forstbetriebsweg weiter und kommen nach etwa 300 Metern zum echten Ameisenbusch. Rechts sehen wir an zwei Fichten die Markierung (x) des SGV. Diesen dichten Waldweg verfolgen wir bis zu den ersten Häusern. Dort gelangen wir wieder auf die Ginsterheide. In unmittelbarer Nähe des Hauses Ameisenbusch Nr. 2 stand bis Ende 1938 eine Waldkapelle, die zur Anstalts-Kirche gehörte. Ebenfalls war dort ein Friedhof angelegt.

Auf dem Weg Ginsterheide gehen wir links bis zu den Häusern 19 und 21. Dort stand früher das Haus "Spähing". Von hier hat man eine schöne Aussicht auf einen Teil Waldbröls.

Wir biegen rechts auf einen Fußweg ab, gehen abwärts an den Tennis- und Parkplätzen des Kreiskrankenhauses vorbei bis zum ehemaligen Gutshof (heute Kindergarten "Alter Gutshof") und kommen somit auf den Alten Krankenhausweg.

Wir biegen erneut rechts ab zum Haus Nr. 4. Dort wohnte Dr. Kupfernagel, damaliger Chefarzt der Heil- und Pflegeanstalt. Später wohnten dort ledige Handwerker, die in der Anstalt beschäftigt waren. Die Anstalt als Regiebetrieb beschäftigte alle für sie notwendigen Gewerke als Meisterbetriebe.

Beim Einrücken der Amerikaner am Sonntag, dem 8. April 1945 bekam das jetzige Haus Nr. 4 zwei Volltreffer. Das erste Geschoß traf das im Erdgeschoß zur Südseite hin gelegene Fenster und zerstörte die dahinter liegende Küche. Das zweite Geschoß traf das Gebäude ebenfalls an der Südseite neben dem großen Flurfenster, verursachte aber keinen großen Schaden. Das Ziegel-Mauerwerk hatte standgehalten.

Wir gehen weiter in Richtung Berufskolleg Oberberg (bis 1945 Ev. Krankenhaus). Dort kommen wir wieder auf den Schaumburgweg. Wir wenden uns westwärts und gehen zum Zentrum für Analysen und Studien der Bundeswehr, Schaumburgweg 3.

Die Heil- und Pflegeanstalt Waldbröl:
1893 wurde die "Evangelische Krankenhaus GmbH" als Baugenossenschaft gegründet. 1894 waren die Vorarbeiten beendet. Der Baubeginn erfolgte im Jahre 1895, die Fertigstellung im Frühjahr 1897. Somit verfügte die Anstalt (ohne die Erweiterungsbauten, die erst einige Jahre später errichtet wurden) über 350 Betten für Geisteskranke und 36 Betten für das angeschlossene Krankenhaus.

1938 zog die Anstalt nach Hausen bei Waldbreitbach um. 1939 begann der Umbau des Geländes zum KdF-Hotel. Während der schrittweisen Fertigstellung im 2. Weltkrieg wurde das Haus von einem NS-Mütterheim belegt, ein internationales Lazarett eingerichtet, und natürlich hatte man Anfang 1945 mit der Umsiedelung aus dem alten Krankenhaus begonnen. Das Gebäude ist heute denkmalgeschützt.

An der Freitreppe sowie am linken Flügel des Hauses vorbei erreichen wir die Zivildienstschule. Sie ist im Gebäudekomplex des ehemaligen Schwesternwohnheims untergebracht.

Wir halten uns rechts und gehen über die neue Zufahrt der Schule zunächst auf die Gneisenaustraße und bei Haus Nr. 32 auf der Scharnhorststraße abwärts in Richtung Kaiserstraße. An der Abzweigung Schaumburgweg sehen wir rechts im Königsborn-Park stehend das Behinderten-Wohnheim Faulmert mit 24 behindertengerechten Wohnungen. Wir verlassen die Scharnhorststraße und gehen ca. 50 Meter stadteinwärts zum Bürgerhaus zurück.

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