Stadtspaziergang "Die Altstadt - Waldbröl vor 150 Jahren"

Der Spaziergang führt zunächst um, dann durch das Dorf, bestehend aus den Teilen „Unten im Dorf" und „Oben im Dorf". Es bestand aus einfachen Fachwerkhäusern, mit Ausnahme der aus Steinen gebauten Kirchen und einem Privathaus, dem heutigen Amtsgericht. Befestigte Straßen gab es nicht, es waren einfache Wege, die im Verlauf etwa den heutigen Straßen in der Altstadt entsprechen.

Wir starten vom Parkplatz an der Hochstraße. Die südliche Begrenzung bildete der „Wiedenhof", (Steinmetzbetrieb Hamburger), mit einer Scheune, der Wiege des Hollenberg-Gymnasiums. Hinter dem Kaufhaus Barth: ein gut restauriertes Fachwerkhaus, nach der Scheune das „Lokal der Hollenbergschule". In der Hahnenstraße steht das erste Landratshaus, heute die LBS-Geschäftsstelle.

Wir gelangen zum Gasthaus „Bitzentor", früher das Stammhaus der Ärzte Venn, später Gastwirtschaft Heiden. Gegenüber bilden die alten Häuser, der Stammsitz der Familie Mannherz, einen der ältesten Winkel in Waldbröl, erbaut 1769 nach dem großen Brand. Über den Hof gehen wir an der ehemaligen Gastwirtschaft Schild vorbei und stehen vor dem hier neu errichteten Zuccalmaglio-Denkmal, links daneben das restaurierte Geburtshaus des Liederdichters Wilhelm von Zuccalmaglio (1803 - 1869 ). Auch die gegenüberliegenden Häuser sind sehr alt, sie beherbergten ein Geschäft und eine Kupferschmiede. Weil hier „Unten im Dorf" endete, biegen wir in die Querstraße ein, wir befinden uns am westlichen Ende des Dorfes. In dem Eckkomplex (Papiergeschäft Nagel) wohnten die angesehenen Familien Ibach, Ispert und der bekannte Gerbereibesitzer Schumacher.

Adler ApothekeWir überqueren die Kaiserstraße und stehen hier vor sehr alten Häusern. Die Apotheke gab es schon vor 150 Jahren. Wir gehen durch die Klostergasse.

An der Stelle der heutigen Kaplanei wurde 1848/49 die zweiklassige Katholische Volksschule errichtet. (Abriss: Anfang der 70er Jahre)

Haus RosenbaumWir folgen rechts der Vennstraße und bewundern am Kreisverkehr das restaurierte Fachwerkhaus in der Bahnhofstr. 2, das älteste Haus nördlich der Bröl, 1843 von Johann Rosenbaum erbaut.

Wir kehren zur Kaiserstraße zurück, überqueren sie an der Ampel und erreichen an der Ecke Hochstraße das Ende des Dorfes nach Osten hin. Links hinter dem Reisebüro betreten wir einen kleinen Innenhof, ebenfalls einer der ältesten Winkel Waldbröls. Am Parkplatz erreichen wir den Ausgangspunkt.

Hier stand bis 1968 die 1853 erbaute evangelische Volksschule. Wir haben das Dorf, unsere heutige Altstadt, umrundet.

Wir spazieren die Hochstraße entlang und bewundern das älteste Gebäude der Stadt, den Turm der evangelischen Kirche, Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. 1839 wurde die baufällige Kirche abgerissen und von 1841 - 1843 neu errichtet, war also 1850 ein Neubau.

Gleich anschließend: Der unternehmungs-lustige Wilhelm Römer erbaute das nach ihm benannte Hotel, inzwischen Ende des 20. Jahrhunderts von den Gebrüdern Roth restauriert.

Katholisches PfarrhausAm Zuccalmaglioplatz erreichen wir die katholische Kirche Sankt Michael, die 1706 erbaut wurde. 1763 wurde der Turm errichtet, 1951 die Kirche durch einen Vorbau erweitert. Das Pfarrhaus stammt aus dem Jahre 1855.

Wir gehen vor der Kirche vorbei wieder zur Kaiserstraße, wenden uns nach rechts und stehen vor dem Amtsgericht, dem „Wunder von Waldbröl". Als Hotel gebaut, war es das erste massive, d.h. aus Stein gebaute Privathaus. Die folgenden kleinen Fachwerkhäuser, z.B. das Café' Brandenburg und das 1847 erbaute Bürgermeisteramt mussten etwa 1969/70 Neubauten weichen. Gegenüber eine alte Häuserreihe, damals „Am Alten Graben". An der Ecke Nümbrechter Straße errichtete Wilhelm Steiniger 1846 ein Kaufhaus und 1850 das alte Postgebäude. Wir biegen nach den Geschäften rechts zur Bergstraße ein. Die Gebäude Bäcker Ulbrich und Uhren Saynisch sind natürlich mehrfach umgebaut, waren aber in früheren Zeiten eine Gastwirtschaft für die gehobenen Waldbröler Bürger. Dazu gehörte auch ein Saal auf Pfosten, in dem Paul von Bettenhagen seine Revolte gegen die französischen Aushebungen begann. Wir stehen wieder vor dem Parkplatz an der Hochstraße und damit am Ende unseres Spazierganges. Das Bild unserer Altstadt ist kaum noch mit dem Bild des Dorfes von 1850 zu vergleichen: Es gibt nur noch wenige Fachwerkhäuser, damals gab es sie fast nur. Es gab keine befestigte Straßen, dafür zwischen den Kirchen und am Westrand des Dorfes jeweils einen Weiher. Wasser strömte vom Südhang in mehreren Bächen durchs Dorf zur Bröl und die Menschen hatten es schwer. Es war sicherlich keine "gute alte Zeit" um 1850.
   

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Literaturhinweise

     

  • Hundert Jahre Waldbröler Viehmarkt 1851-1951
  • "Von Waldbröls Häusern und Märkten"
    Herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Waldbröl
  • Otto Budde: "Waldbröl - wie es wurde - wie es war"
    Seiten 92 -113
  • "Geschichte der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael"
    Seiten 38 - 41 und 55/56
  • "Et chitt Rain" 150 Jahre Vieh- und Krammarkt Waldbröl 1851 - 2001
  • "Die evangelischen Kirchen im Wandel der Jahrhunderte 1559 - 1959"
  • "Waldbröl" Seiten 40 - 54 und 68 - 100
    Stadt Waldbröl (Hrsg.)

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