Mehrheit für den Namen "Friedensmauer"

Umfrage von Gesamtschülern zur "Hitlermauer"

Von M. Fiedler-Heinenmf.

Waldbröl. Gut 100 Passanten haben die Schülerinnen und Schüler der 10d der Gesamtschule Waldbröl zur Namensgebung für die so genannte "Hitlermauer" befragt. Die Mauer, auf der die jungen Leute aus dem Gesellschaftslehre-Kurs von Hans-Jörg Topmann den 1982 erstmals angebrachten Schriftzug "Nie wieder Krieg" gereinigt und erneuert haben, ist ein Relikt aus der NS-Zeit in Waldbröl.

Sie wurde als Stützmauer für die glücklicherweise nie vollendete "Adolf-Hitler-Schule" errichtet und stützt heute die Straße "An der Kirchenhecke".

Etwa zwei Drittel der befragten Passanten hätten in der Umfrage den Vorschlag befürwortet, die Mauer offiziell als "Friedensmauer" zu bezeichnen. Das Ergebnis sei sicherlich nicht repräsentativ, erklärte Klassenlehrer Topmann, gebe aber doch ein Stimmungsbild wider.

Etwa 30 von 100 Waldbrölern seien der Auffassung, dass man es bei der inoffiziell eingeführten Bezeichnung "Hitlermauer" belassen sollte, um die Gräueltaten dieser Zeit im Gedächtnis zu halten.

Viel Zustimmung sei den jungen Leuten für das Erneuern des Schriftzuges "Nie wieder Krieg" zuteil geworden. Angesichts der Terroranschläge und der drohenden Folgen sei diese Forderung höchst aktuell. Die Vorschläge "Nie-wieder-Krieg-Mauer" oder "Friedhofsmauer" (wegen der Nachbarschaft zum Friedhofes) seien ebenfalls genannt worden, sagte Topmann."

Die Schülerinnen und Schüler der 10d hatten sich vor der Aktion im Unterricht mit der NS-Zeit befasst. Die Idee zur Erneuerung des verblassten Schriftzuges auf der "Hitlermauer" wurde beim Familienspaziergang des Klassenpflegschaftsvorsitzenden Jörg Groneberg ausgelöst. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln, die das Land für Projekte gegen Rassismus und Gewalt zur Verfügung gestellt hat.

Ein dickes Lob zollte Gesamtschul-Chef Heinz Josef Delißen den an der Aktion beteiligten Schülern, Eltern und Kollegen. "Das ist mustergültig für handlungsorientierten Geschichtsunterricht."

Delißen selbst hat einen Bürgerantrag an den Rat der Stadt Waldbröl gestellt, den Schriftzug "Nie wieder Krieg" mit "Nie wieder Rassismus" zu ergänzen. So könnte die Mauer mit beiden Schriftzügen zu einem "Mahnmal für Friedfertigkeit" werden.

Quelle: Rundschau-Online.de

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